DLRG Leimen übt für die Eisrettung
Der Kieslochsee der Firma HeidelbergCement war Übungsobjekt der DLRG Leimen Anfang März. Durch die kalte Witterung war der See teilweise dick zugefroren und bot somit optimale Übungsbedingungen für die Wasserretter. Seit einigen Jahren sind die Helferinnen und Helfer aus Leimen im den Wintermonaten für die Eisrettung im Rhein- Neckar Kreis zuständig.
Der Leiter Einsatz der DLRG Leimen Matthias Frick hatte zu Übungszwecken eine geheime Übung angesetzt. Wir mussten spontan handeln, üben lasse sich nur unter bestimmten Bedingungen, da müsse man kurzfristig was auf die Beine stellen. So gingen dann am Donnerstag 03.03.05 gegen 17.45 Uhr die Alarmmelder der DLRG Helfer los: „Person in Eis“ hieß die Einsatzmeldung des Disponenten der Rettungsleitstelle Heidelberg. Knapp sieben Minuten später starten fünf ehrenamtliche Helfer mit Blaulicht und Martinshorn zur Einsatzstelle, welche sie nach weiteren vier Minuten erreichten. Der diensthabende Einsatzleiter Florian Weidinger machte sich sofort ein Bild von der Lage vor Ort, während zwei seiner Helfer sich für den Einsatz auf dem Eis vorbereiteten. Man verfüge in Leimen über drei spezielle Anzüge: einen Überlebensanzug und 2 Trilaminat- Anzüge, so Frick. Alle seien wasserdicht, der Überlebensanzug ermögliche es zudem längere Zeit in kaltem Wasser zu verbringen. Speziell für die Eisrettung hat man in Leimen auch einen „Rescue Sled“. Auf den ersten Blick sieht dieses rote Ding aus wie eine Luftmatratze. Aber es handelt sich dabei um einen Schlitten aus stabilem Kunststoffgewebe auf dem sich der Helfer flach übers Eis zum Eingebrochenen vorhangeln kann. Eines haben Luftmatratze und Rescue Sled trotzdem gemeinsam, sie müssen aufgeblasen werden- allerdings nicht mit dem Mund sondern mit einer kleine Pressluftflasche. Die beiden Helfer machten sich also samt Rescue Sled auf den Weg zum See. Der Einsatzleiter hatte zwischenzeitlich den Startpunkt festgelegt. Unter den Augen einiger Zuschauer dem See sammelten die beiden Helfer die ersten Erfahrungen auf dem Eis. Heute könnten die beiden zum ersten Mal praktisch üben, so Frick. Bislang haben nicht alle Leimener Erfahrungen sammeln können, es solle aber jeder in der Lage sein mit dem Equipment arbeiten zu können, legte Frick wert auf die Kompetenz seiner Helfer. Man könnte leider nur eingeschränkt trainieren, und was in der Theorie einfach klinge habe in der Praxis oftmals seinen Tücken und sei nur schwer umzusetzen, blickt er auf eigene Erfahrungen zurück.. Diesen Eindruck hatten dann auch die Zuschauer. Mittlerweile waren 30 Minuten nach Alarmierung vergangen, die Übung musste wegen der einbrechenden Dunkelheit beendet werden. Trotz des vorzeitigen Abbruchs der Übung konnte man mit den bis dahin gesammelten Erkenntnissen sehr zufrieden sein. Wir haben heute wichtige Dinge gelernt, wir haben neue Ideen um die Rettung effizienter zu gestalten. Normal wäre man um den See herum gefahren und hätte sich näher an den Eingebrochenen begeben, so Weidinger. Aber er und Frick haben vorher abgesprochen, die Helfer zum Übungszweck den längeren Weg zum Eingebrochenen bestreiten zu lassen.
Nach Einsatzende trafen sich alle Beteiligten zu einem warmen Kaffee im Ausbildungszentrum der DLRG zur Nachbesprechung. Die Beobachter und Helfer tauschten ihre Eindrücke aus, zudem wurden die Ideen diskutiert. Diese Nachbesprechungen seien für Frick das A und O um sich ständig zu verbessern.
Diese müsse man aber auch umgehend testen und umsetzen. Deshalb traf man sich bereits am nächsten Tag erneut am Kieslochsee an der B3, diesmal aber ohne Zeitdruck. In aller Ruhe wurden die Helfer angezogen und erneut aufs Eis geschickt. Heute habe es um einiges besser geklappt als gestern, diesen Eindruck hatte nicht nur ein Helfer, auch als Beobachter war zu Erkennen dass man sich Gedanken gemacht hat und diese sinnvolle Verbesserungen darstellten. Drei Stunden verbrachte die DLRG vor Ort, jeder hatte die Gelegenheit zum Üben und Testen. „Für dieses Jahr war´s dass wohl- der Frühling ist überfällig, so das Statement von Weidinger. Nichts desto trotz ist man auch für die nächste Winterzeit gut gerüstet.