DLRG Leimen erneuert Fuhrpark – Bootsgruppenfahrzeug und Motorrettungsboot mussten ersetzt werden

geschrieben von m.moskorz am 5. März 2008

Modernisierung passiert nicht immer freiwillig, vor allem wenn mit knappen Mitteln sinnvoll gehaushaltet werden muss. Manchmal ist dies aber nicht möglich, diese Erfahrung machte die DLRG Leimen im vergangenen Halbjahr gleich zweimal.

Rückblick: Im April 2007 muss die DLRG aus der bis dato genutzten Fahrzeughalle zu Gunsten des Neubaus für ein gemeinsam mit dem DRK genutzten Rettungs- und Ausbildungszentrum ausziehen. Dies bedeutete gleichzeitig, dass alle Einsatzmittel ab diesem Zeitpunkt bis zur Fertigstellung der Fahrzeughallen auf der Straße unter freiem Himmel stehen mussten.

Zwar konnten besagte Garagen im November 2007 wieder bezogen werden, jedoch gab es zu diesem Zeitpunkt auch erste Schäden zu beklagen. Der Schlauch des Motorrettungsbootes Horst Lange war vermutlich durch die stark schwankenden Temperaturen und die direkte Sonneneinstrahlung beschädigt worden und verlor innerhalb weniger Minuten den gesamten Luftdruck. Unter diesen Voraussetzungen mussten wir das Boot sofort aus dem Einsatzbetrieb nehmen, berichtet der Leiter Einsatz Florian Weidinger. Es galt zu Handeln, dank der Unterstützung durch den DLRG Landesverband Baden sowie einer finanziellen Förderung konnte relativ schnell ein neues Schlauchboot beschafft werden. Warum man auf ein Schlauchboot nicht verzichten kann hat Weidinger schnell erklärt. Ein Schlauchboot ist viel variabler, es kann von zwei bis drei Personen fast überall zu Wasser gelassen werden, selbst in widrigem Gelände. Ein Hartschalenboot wie die Hendrik dagegen muss geslippt werden, sprich das Boot muss auf dem Trailer zur Wasserstelle gebracht werden und von dort eingelassen werden. Was an Rhein, Neckar und größeren Seen kein Problem darstellt, ist aber gerade an den vielen kleinen Bagger- und Anglerseen im Einsatzgebiet der DLRG Leimen unmöglich. Horst Lange II ist bereits voll einsatzklar, die Bootstaufe muss aufgrund der Bauarbeiten am RAZ aber noch ein wenig auf sich warten.

Eine zweite Hiobsbotschaft ereilte die DLRG Leimen ganz aktuell. Das derzeitige Bootsgruppenfahrzeug, ein VW T3 Syncro, muss aufgrund eines massiven technischen Defekts ebenfalls ersetzt werden. Da in jedem Fall von einem wirtschaftlichen Totalschaden ausgegangen werden muss, fiel die Entscheidung für die Anschaffung eines anderen Fahrzeugs nicht schwer. Mit den Anforderungen allradfähiges und flexibles Zugfahrzeug fiel die Wahl auf einen Geländewagen des Typs Ford Explorer. Wie alle anderen Fahrzeuge auch wird das BGF eine Doppelfunktion einnehmen. Zum einen ist es Bootsgruppenfahrzeug (BGF), welches den Trailer mit dem Rettungsboot Hendrik samt Equipment schnellst möglich zur Einsatzstelle bringen soll. Darüber hinaus wird es in den Wintermonaten aber auch für die Eisrettung genutzt werden, für welche die DLRG Leimen im gesamten Rhein-Neckar Raum seit 2000 zuständig ist. Nach einigen Umbauarbeiten soll RN 57/91-2 schnellmöglich einsatzbereit sein, um die Lücke im Fuhrpark wieder schließen zu können und die volle Einsatzbereitschaft für die Menschen im Rhein-Neckar-Raum auch zukünftig sicherstellen zu können.

Die feierliche Einweihung samt Bootstaufe ist im Rahmen der RAZ-Eröffnung im Sommer geplant.