Suche fortgesetzt – Vermisste Person gefunden und geborgen

geschrieben von m.moskorz am 7. Februar 2009

Eine kurze Nacht für die Einsatzkräfte der DLRG Leimen ging am Samstag um 9.38 Uhr mit einer erneuten Alarmierung zu Ende, wieder wurden die Helferinnen und Helfer an den Waidsee in Weinheim gerufen. Im Vergleich zum Vortag bestand diesmal allerdings keinerlei Eile, ein Menschenleben konnte bei diesem Einsatz nicht mehr gerettet werden.
So hatten die Einsatzkräfte ausreichend Zeit das Rettungs- und Ausbildungszentrum (RAZ) anzufahren und sich wiederum gemeinsam auf den Weg zur Einsatzstelle zu machen. Neben dem Einsatz des Motorrettungsboot Horst Lange II lag ein weiterer Schwerpunkt auf der Eisrettung, die auch an diesem Tag wieder zum Einsatz kommen sollte.
Vor Ort hatte sich bereits Matthias Frick (Organisatorischer Leiter Wasserrettungsdienst) mit den zuständigen Ermittlern von Kriminal- und Wasserschutzpolizei getroffen, um das weitere Vorgehen zu koordinieren. Bevor abermals Taucher zum Einsatz kommen sollten, verständigte man sich zunächst auf die Erprobung einer neuen Form der Suche. Hierzu wurde die Rettungshundestaffel Rhein-Neckar angefordert, die mit zwei Man-Trailer und drei Flächen-Such-Hunden vorab die Einsatzstelle absuchen sollten. Zur Aufnahme der Fährte für die Man-Trailer-Hunde diente dabei der Bademantel des Vermissten, der am Vortag von der Kriminalpolizei sichergestellt und in einem geruchsneutralen Beutel aufbewahrt worden war. Die Erkenntnisse aus dem Einsatz der Rettungshunde waren für die Kräfte von Polizei und DLRG überaus wichtig. Die Suche an Land ergab, dass die vermisste Person definitiv von der Sauna an den Steg gelaufen war und sich von dort ins Wasser begeben hatte. Eine weitere Ausstiegsstelle am See wurde nicht gefunden. Bei der Suche auf dem Wasser mittels Rettungsboot sprachen sowohl der Flächen-Such-Hund als auch der Man-Trailer an derselben Stelle an und lieferten so einen genauen Anhaltspunkt, wo die Suche durch die Einsatztaucher fortgesetzt werden sollte.
Anschließend wurde der weitere Einsatz koordiniert. Während Taucher der Wasserschutzpolizei an der Stelle zum Einsatz kamen, an denen die Rettungshunde angesprochen hatten, suchten Einsatztaucher der DLRG den hinteren Bereich des Sees ab, der noch unter einer festen Eisschicht von über 16cm lag. Hierzu wurden durch die DLRG Leimen zwei Einstiege in die Eisdecke geschlagen, sowie die Sicherung von Einsatztaucher und Signalmann mittels Leinen vorbereitet.
Gegen 14 Uhr wurden die Taucher schließlich fündig, ziemlich genau an der Stelle, die auch durch die Rettungshunde angezeigt worden war. Der Leichnam konnte anschließend geborgen werden.
Nachdem sowohl Einsatzboot und Tauchgerätschaften verstaut waren, konnten die Einsatzkräfte der DLRG wieder den Heimweg antreten. Am RAZ wurden alle Einsatzfahrzeuge und Materialien gründlich gereinigt. Als die Einsatzbereitschaft wieder hergestellt war, versammelten sich die acht Einsatzkräfte zu einer kurzen Einsatznachbesprechung im Ausbildungsraum.


Einsatzkräfte in der Übersicht:

-    DLRG Mannheim
-    DLRG Leimen mit RN 57/88-1, RN 57/91-1 und RN 57/91-2
-    DLRG St.-Leon
-    Rettungshundestaffel Rhein-Neckar
-    Kriminalpolizei
-    Wasserschutzpolizei
-    Seelsorger

Presseberichte:

Weinheim: Leiche des vermissten Badegasts geborgen
Weinheim. Ein seit Freitagabend vermisster 37-jähriger Mann aus Heidlelberg ist im Waidsee ertrunken. Wie die Polizei mitteilte, wurde seine Leiche am Samstag aus rund drei Meter Tiefe aus dem Wasser geborgen. Am Freitagabend war der Gast des Freizeitbades Miramar von Angehörigen als vermisst gemeldet worden. Kleidungsstücke und eine Tasche im Umkleidebereich deuteten auf einen möglichen Unfall in dem See, der zum Saunagelände gehört, hin. Nach Angaben eines Polizeisprechers liegen noch keine Erkenntnisse zu den Todesumständen vor.
www.mamo.de

37-Jähriger hat keine Überlebenschance
Von unserem Redaktionsmitglied Sandro Furlan
Weinheim. Gut 100 Helfer bemühen sich die ganze Nacht, nach nur wenigen Stunden Schlaf setzen sie ihre Arbeit fort. Dem Verdacht, den sie während ihrer Arbeit bereits hegen, folgt die traurige Gewissheit am Samstagnachmittag: Ein 37-jähriger Mann aus Heidelberg ist im Waidsee ertrunken, seine Leiche wird aus rund drei Metern Tiefe aus dem Wasser geborgen. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zu den genauen Todesumständen aufgenommen, derzeit gehen die Ermittler von einem Unglücksfall oder einem Suizid aus. Näheres werden die Untersuchungen der Weinheimer Kripo ergeben. “Zurzeit liegen uns noch keine näheren Erkenntnisse vor”, meinte ein Sprecher der Polizei gestern Nachmittag. Ergebnisse erhofft man sich nun von umfangreichen Ermittlungen im Umfeld des Ortes, wo der Heidelberger zuletzt lebend gesehen wurde.
Gefährlicher Einsatz
Alles beginnt am Freitag gegen 18.30 Uhr. Ein Gast des Freizeitbades “Miramar” wird von Angehörigen als vermisst gemeldet. Kleidungsstücke und eine Tasche im Umkleidebereich deuten auf einen möglichen Unfall in dem zum Saunagelände gehörenden See hin. Taucher und drei Boote von DLRG-Gruppen aus Weinheim, Hemsbach, Heddesheim, Heidelberg Leimen, Mannheim, St. Leon und von der Berufsfeuerwehr Mannheim suchen den Teil des Sees ab, der direkt an das Außengelände des Bades grenzt. Die dichte Eisdecke auf weiten Teilen des Gewässers macht jedoch eine vollständige Kontrolle unmöglich, zum Teil muss die Feuerwehr mit Kettensägen die Eisfläche aufschneiden. Während draußen die Helfer unermüdlich suchen, sind auch die Notfallseelsorger der Feuerwehr eingetroffen; sie betreuen die Angehörigen. “Die Suche war sehr schwierig und aufgrund der Eisfläche für die Einsatzkräfte nicht ungefährlich”, teilt dazu Ralf Mittelbach als Pressesprecher der Feuerwehr Weinheim mit. Vor allem die Taucher müssen mit Wassertemperaturen knapp über dem Gefrierpunkt fertig werden, die Gefahr der Unterkühlung ist sehr groß. Für sie wird im “Miramar” eine Sauna zur Verfügung gestellt, wo sie sich bei gedrosseltem Betrieb aufwärmen können. Bis 2 Uhr früh sind gut 100 Einsatzkräfte von Feuerwehr, DLRG, Rotem Kreuz und Johannitern sowie der Polizei im Einsatz, die Suche im Wasser und entlang des Ufers wird ohne Ergebnis abgebrochen. Nach nur wenig Schlaf wird die Suche am Samstagvormittag durch gut 50 Helfer fortgesetzt, jetzt sind auch speziell ausgebildete Hunde im Einsatz, die auf dem Wasser die Witterung aufnehmen können. Mit ihnen gelingt der Durchbruch, die Hunde identifizieren die spätere Fundstelle. Polizeitaucher suchen die Stelle systematisch ab, knapp drei Meter hinter der Eiskante des teilweise zugefrorenen Saunasees findet ein Taucher die Leiche. Bei den derzeit herrschenden Wassertemperaturen sind die Überlebenschancen eines Menschen äußerst gering. Zum Beispiel sind die Funktionen der Hände bereits bei Wassertemperaturen unter 15 Grad Celsius stark eingeschränkt.
www.wnoz.de

Aus dem Polizeibericht:

Vermisster 37-jähriger tot im Waidsee aufgefunden
Weinheim/Rhein-Neckar-Kreis: Der seit Freitagabend nach einem Besuch im Freizeitbad Miramar vermisste 37-jährige Mann aus Heidelberg wurde am Samstagnachmittag von Polizeitauchern im Waidsee ertrunken aufgefunden. Die Polizei geht derzeit von einem Unglücksfall oder einem Suizid aus. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zu den näheren Todesumständen aufgenommen.
www.polizei-heideberg.de